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01.04.2015
12 Reflections on Risk: Verena Bentele, Biathletin
Eine von Geburt an blinde Biathletin, die Skilangläuferin Verena Bentele zieht Resümee über wahr und falsch in der sehenden Interpretation, über blindes Vertrauen und die Kunst, für Leidenschaft loszulassen und Risiken zu erkennen. Bilder werden real oder surreal durch Aufnahme und Verarbeitung, bei dem das visuelle System relevante Informationen extrahiert und Elemente ausmacht. Doch Wahrnehmung geht weit über das reine Aufnehmen von Information hinaus, die interpretiert sie in Abgleich mit der Erinnerung. Als scheinbar sehender Mensch fällt es oft schwer, zu den richtigen Schlüssen und Interpretationsansätzen zu kommen, den richtigen Kanal zu bedienen.
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Sportlerkarriere trotz Handicap

Riechen, hören, sehen - drei wichtige Sinne, mit denen wir uns im Alltag oder beim Sport orientieren. Für gesunde Menschen ist ein Leben ohne Augenlicht kaum vorstellbar. Für Verena Bentele war ihre Sehbehinderung allerdings kein Hindernis für eine Karriere als Biathletin. Von Geburt an blind, kann sie nur zwischen hell und dunkel unterscheiden. Ihre Kindheit habe sie so stark gemacht und dahin gebracht wo sie jetzt sei. Beim Rollschuhfahren, klettern über Bäume und Dächer, sei ihr Bruder schneller gewesen, das habe ihren Wettkampfgeist entfacht. Zusammen zu arbeiten und Vertrauen in andere Menschen zu haben, das lernte sie in ihrer Heimat am Bodensee. Mit sieben Jahren kam Verena Bentele zum Judo, mit neun zum Reiten. Im Alter von zehn Jahren begann sie mit dem Langlaufen, kurz darauf mit Biathlon. Mit 16 gewann sie ihre erste Goldmedaille bei den Paralympics, 1998 in Nagano. Heute ist sie zwölffache Paralympics Siegerin.  


Paralympics - weit weg von Integration?  


Verena Bentele gehört zu einer kleinen Gruppe von Athleten, die es geschafft haben. Doch eine Frage bleibt: Was nützt das, wenn Behinderte anderswo systematisch ausgegrenzt werden? In Deutschland leben zurzeit dreizehn Millionen Menschen mit Behinderung. 620.000 von ihnen gehören dem Deutschen Behindertensportverband an. Das Problem: Die Mehrheit traut sich Sport nicht zu, weil es in ihrer Umgebung keine Unterstützung gibt. Nach Ansicht der UNO müssten Sportler mit und ohne Behinderung in den selben Verbänden organisiert sein. Menschen mit Behinderung sollen voll am sozialen Leben teilnehmen. In Deutschland gibt es auch im Sport noch keine Gleichstellung. Paralympics-Sieger wie Bentele erhalten nur die Hälfte an Prämien wie Olympia-Gold Gewinner ohne Handicap. Auch im Fernsehen werden die Paralympics deutlich weniger gezeigt, als die olympischen Spiele. Nicht nur bei den Profis läuft noch längst nicht alles rund. Bei den Amateuren sind Sporthallen und- plätze nicht barrierefrei, in den Ausbildungen von Trainern und Betreuern wird das Thema kaum diskutiert. Millionen Menschen mit Einschränkungen werden in ihren Möglichkeiten begrenzt.  


Interessiert sich die Gesellschaft nicht für die Probleme der Behinderten, weil sie diese nicht nachvollziehen kann? Verena Bentele hat sich ihre sportlichen Ziele immer hart erkämpft. Jetzt will sie sich für andere Behinderte einsetzten. Seit 2014 ist Verena Bentele die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung. Auch die geistige Qualifikation bringt sie mit. Bentele schloss 2011 ein Magisterstudium mit der Note „sehr gut“ ab. Benteles’ Motto: „Wer nicht daran glaubt, dass er gewinnen kann, hat schon verloren.“ Mit ihrer Einstellung dürfte sie eine große Bereicherung für die Behinderten in Deutschland sein und ihnen jede Menge Mut machen.

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